In vielen Industriezweigen wird Altöl noch immer verbrannt – ein schneller und endgültiger Weg, den Rohstoff loszuwerden. Bei Isolierölen von Transformatoren lohnt sich jedoch ein genauer Blick, denn diese Öle sind hochwertig und sicherheitsrelevant. Wird bei Wartung oder Modernisierung Transformatorenöl gewechselt, steht schnell die Frage im Raum: Entsorgen oder aufbereiten?
Verbrennung ist dann eine gute Entscheidung, wenn das Isolieröl in einem Transformator relativ hoch mit PCBs (Polychlorierte Biphenyle) belastet ist. Bei stark PCB-belastetem Transformatorenöl gelten strenge Vorschriften. Zwei Methoden sind hier möglich:
Ob eine und welche dieser Methoden gewählt werden muss, hängt vom PCB-Gehalt und den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. Sowohl in der EU als auch im Vereinigten Königreich gelten klare gesetzliche Grenzwerte:
(Quelle: Europäische Kommission – PCBs und PCTs)
Für nicht bzw. nicht stark PCB-belastete Isolieröle ist das selten der optimale Weg. Denn für Transformatorenöl, das nicht PCB-belastetet ist, gibt es mehrere Alternativen.
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Wenn keine PCB-Belastung vorliegt, muss Transformatorenöl nicht entsorgt werden – es kann behandelt (rekonditioniert) oder sogar regeneriert (recycelt) werden.
Typische Schritte bei der Aufbereitung von bestehendem Transformatorenöl:
Bei der Regeneration bzw. beim Recycling wird das gebrauchte Isolieröl so aufbereitet, dass es den Anforderungen der IEC 60296 (diese Norm definiert die Qualitätskriterien für neues und regeneriertes Mineral-Isolieröl) entspricht und in einen neuwertigen Zustand versetzt wird.
Für den Einkauf von Transformatorenöl bedeutet das: Bei Erfüllung der IEC 60296-Norm ist regeneriertes Isolieröl technisch gleichwertig zu neuem Isolieröl – und vollständig einsatzfähig.
Sowohl die Ölbehandlung als auch die Öl-Regeneration können stationär in spezialisierten Anlagen oder mobil vor Ort erfolgen – oft ohne lange Stillstandszeiten.
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Welchen Mehrwert bietet das Recycling gegenüber der Verbrennung von Isolieröl?
Ein qualifizierter Ölwechsel verlängert die Lebensdauer eines Transformators – unabhängig davon, ob neues Isolieröl oder regeneriertes Isolieröl in neuwertigem Zustand eingesetzt wird. Der Unterschied zur Verbrennung von Transformatorenöl liegt woanders. Vorteile Öl-Recycling:
So wird Regeneration zu einer gleichwertigen, aber nachhaltigeren Alternative, wenn keine gesetzliche oder technische Pflicht zur Zerstörung besteht. |
Isolieröle sind wertvolle Betriebsmittel – und gleichzeitig ein Hebel für mehr Nachhaltigkeit in der Energiewirtschaft.
Wer Transformatorenöle im Kreislauf hält, senkt die Beschaffungskosten, reduziert Abfallmengen und trägt aktiv zur Ressourcenschonung bei. Moderne Regenerationsverfahren ermöglichen es, Isolieröl mehrfach in den neuwertigen Zustand zu versetzen, ohne Abstriche bei der technischen Qualität zu machen.
Das Ergebnis: weniger Rohstoffverbrauch, geringere Umweltbelastung und eine klare Ausrichtung auf Unternehmensziele bzw. die Ziele der Kreislaufwirtschaft.
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Verbrennung ist nur dort sinnvoll, wo gesetzlich oder technisch eine Zerstörung vorgeschrieben ist – etwa bei PCB-Belastung ohne praktikable Dekontaminationsmöglichkeit. In allen anderen Fällen ist die Öl-Regeneration bzw. -das Öl-Recycling eine gleichwertige, aber ressourcenschonende Lösung. Sie versetzt gebrauchtes Transformatorenöl in neuwertigen Zustand (nach IEC 60296) und erfüllt damit die gleichen Normen wie neues Isolieröl, spart zusätzlich Kosten und unterstützt eine nachhaltige Beschaffungsstrategie.
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Bevor Sie eine Ölentsorgung veranlassen, sollten folgende Punkte im Vorfeld geprüft werden: